Eine neue Robe

Um genau zu sein eine Robe a la Francaise aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts.

Die Dekoration der Robe basiert auf einem Original im KCI; eine aufwendige Kombination aus Smock, Raffungen und Wattierungen. 

Um die Robe anzufertigen, hat es mit Unterkleidung (Reifrock/Panier und Unterrock, die Schnürbrust war schon vorhanden) ein gutes halbes Jahr gedauert. Mitunter auch deshalb, weil alle sichtbaren Nähte und die komplette Dekoration mit der Hand genäht sind, das macht immerhin etwa 95% aller Nähte an der Robe aus.

Für die Smock-Dekoration gibt es keine Anleitung, also musste ich durch Ausprobieren heraus finden, wie man diese Art von Verzierung herstellt.
Als erstes galt es zu lernen, wie man “richtigen” Smock macht, also nicht den Gummismock mit der Nähmaschine sondern solchen, wie er unter anderem an Trachten zu finden ist – und das geht ausschließlich mit der Hand. 

Als erstes habe ich einen breiten Stofffstreifen in der Mitte gesmockt und auf die Robe gesetzt, anschließend die Kanten in regelmäßigen Abständen zusammen gerafft und bogenförmig auf der Robe fest gesteckt. 
Im nächsten Schritt werden die Kanten der Bögen wattiert und der überschüssige Stoff in der Mitte des Bogens zusammen gerafft.
Zu guter Letzt werden die Bögen an der Kante auf der Robe fest genäht und Goldborte auf die Kante gesetzt, zusätzlich werden die Falten und die Wattierung mit einigen unstichtbaren Stichen fixiert.

   

Den Abschluß der Ärmel bilden drei bortebesetzten Volants, ergänzt durch eine Schleife, die mit einem kleinen Blumenbouquet aus Röschen und Kanzashi-Blättchen dekoriert ist.
Der darunter heraus schauende Spitzenärmel sitzt, wie es im 18. Jahrhundert üblich war, an der Chemise d.h. dem Unterhemd.

Der Stecker, der das Kleid vorn verschließt, ist mit einem selbst digitalisierten, nach zeitgenössischen Motiven erstellten Stickmuster verziert, ausgeführt mit goldenem Metallicgarn.
Am Ausschnitt ist wieder die Spitze der Chemise zu sehen.

  

Ergänzt wird die Robe durch einen Halsschmuck aus Spitze und einem Band aus dem Kleiderstoff, dekoriert mit einem goldgefassten Halbedelstein.

 In der Rückansicht sind die für die Robe a la Francaise so typischen Falten zu sehen:

 

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